Unterricht für Kinder
Gitarre spielen macht Spaß. Gerade, weil das Instrument so vielseitig ist, ist es das ideale Instrument um die Welt der Musik zu erforschen. Kinder können sich und ihre Freunde mit der Gitarre beim Singen begleiten, einfach so gemeinsam musizieren – zu zweit oder in Gruppen, Konzerte geben oder sich mit der Gitarre zurückziehen und eine wunderbare Zeit jenseits aller Bildschirmmedien verbringen. Musik und Musizieren ist ein wichtiges verbindendes Element in jeder Familie.
Darüber hinaus ist die Gitarre ein wichtiger Teil unserer Kultur und Musikkultur geworden. Sie ist die perfekte Brücke zur allseits Gegenwärtigen Popmusik und einer langen Tradition die bis zu den Lautenisten des 16. Jahrhunderts zurückreicht. Jede Zeit brachte ihre ganz eigene Zupfmusik hervor. Durch ihren Farbenreichtum und leichte Transportfähigkeit hat die Gitarre bis heute ihren Charme. Dass es das Instrument heute in so vielen verschiedenen Variationen (groß/klein, 4-8 und 12 Nylon oder Stahlsaiten, Konzertgitarre, E-Gitarre … ) gibt, dokumentiert diese Beliebtheit ebenso wie der unübersichtlich gewordene Handel mit Instrumenten. Letzteres führte zuletzt dazu, dass es so gute Instrumente zu kleinen Preisen wie nie zuvor in der Geschichte gibt.
Ich selber spiele Gitarre vor allem nach wie vor aus dem einen Grund: Es macht Laune – und das wird mit jedem Tag immer besser! Völlig zurecht wird von Erwachsenen immer betont, wie sinnvoll das Musizieren für die Entwicklung der Kinder ist. Viele Studien beschäftigten sich mit den Zusammenhängen von Musizieren und Intelligenz, Lesefähigkeit, Koordination, Gesundheit etc. Damit habe ich mich nicht wirklich wissenschaftlich auseinandergesetzt. Mit Erfahrung aus über zwanzig Jahren Lehrtätigkeit (ganz zu schweigen von über vierzig Jahren Instrumentalspiel) würde ich aber sagen: Es gibt viele sehr gute Gründe Gitarre zu spielen!!
Ein paar Gedanken an Kinder und ihre Eltern
Ich beobachte mit den Jahren, dass die Kinder heute zunehmend unter der Flut an Eindrücken und Anforderungen leiden. Der Terminplan von Kindern ließt sich häufig erschreckend und würde so manchen Erwachsenen auf eine harte Probe stellen. Der mitunter extreme Bildschirmmedienkonsum tut sein übriges. Andererseits beklagt man allseits Bewegungsmangel, ein abfallendes Bildungsniveau bis hin zu Verlust basaler Fähigkeit, wie Lesen und Schreiben. Jede neu veröffentlichte Studie zu diesem Thema löst mindestens vorübergehend erstaunen, oft aber Schock und dann Aktionismus in der Bildungspolitik aus. Ohne, dass ich das jetzt detailiert analysieren oder gar lösen könnte, würde ich sagen, dass wir bei allen richtigen Reformbestrebungen mit diesen Zuständen leben lernen müssen. Wir und unsere Kinder. Glücklicherweise scheint man in einigen Ländern der Erde schon erkannt zu haben, welche Bedrohung im unkontollierten Bildschirmmedienkonsum steckt. Die Diskussion, welche Voraussetzungen für eine ungestörte Entwicklung besser wären und wie man als einzelner und gesellschaftlich darauf antwortet, ist erst am Anfang. Die jetzige Generation ist die erste, die ein Leben ohne Smartphone nicht mehr kennt. Ich glaube, dass es unseren Kindern hilft, wenn wir uns auf einfache Dinge zurückbesinnen. Kinder brauchen Räume und Zeiträume sich zu bewegen, Sport zu machen, zu musizieren. Räume in denen sie sich begegnen, aber auch die, in die sie sich zurückziehen können. Hier kann das Gitarrespielen und der Gitarrenunterricht eine wichtige Rolle einnehmen.